Glossar: I

Ich-Verbot

Beim Schreiben einer Hausarbeit oder eines anderen wissenschaftlichen Textes hat man als Schreibende/r verschiedene Möglichkeiten, selbst sichtbar oder weniger sichtbar zu werden; in anderen Worten: die Verfasserreferenz kann sowohl sehr explizit als auch sehr implizit erfolgen.

Im folgenden Beispiel ist die Verfasserreferenz sehr explizit mit dem Pronomen ich realisiert:
Zusammenfassend komme ich zu dem Ergebnis, dass…

Anstelle des Pronomens ich wird manchmal auch wir verwendet. Referiert wird dabei entweder auf ein Autorenkollektiv, das gemeinsam einen Text formuliert, oder – sogar häufiger – wird wir genutzt, um die Lesenden gedanklich miteinzubeziehen:
An dieser Stelle sehen wir sehr deutlich, dass…

Noch weniger sichtbar werden die Schreibenden durch die Verwendung des Pronomens man. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass aus dem Zusammenhang immer eindeutig hervorgeht, wer genau mit man gemeint ist (z.B. die Verfasserin, ein Autor aus der Forschungsliteratur, die Scientific Community oder wie im Beispiel zuvor die schreibende und die lesende(n) Personen):
Man sollte jedoch darauf achten, dass…

Neben diesen Varianten besteht auch die Möglichkeit, als Verfasser/in auf der sprachlichen Oberfläche unsichtbar zu bleiben. Dies kann u.a. durch eine Passivkonstruktion geschehen.
Zunächst wird ein Überblick über XY gegeben, bevor Z näher betrachtet werden kann.

Für welche Form der Verfasserreferenz sich Schreibende entscheiden, hängt u.a. von der jeweiligen Wissenschaftstradition ab, kann textsortenabhängig sein oder aber auch eine reine Stil- (und somit Geschmacks-)frage darstellen und sich ggf. in Abhängigkeit von der Funktion der entsprechenden Referenz innerhalb eines Textes unterscheiden (z.B. werden die Beschreibung der eigenen Vorgehensweise in einer Hausarbeit und die Herausstellung der eigenen Position häufiger als andere Passagen mit Hilfe des Pronomens ich realisiert).

Irrtümlich wird mitunter angenommen, dass eine Hausarbeit durch die Verwendung des Pronomens ich weniger wissenschaftlich sei, da ich ein Zeichen für Subjektivität sei und man in wissenschaftlichen Hausarbeiten versuchen solle, neutral und objektiv zu argumentieren. Ich halte dies für ein Missverständnis, denn aus meiner Sicht hat jeder wissenschaftlicher Text subjektive Anteile, sei es das eigene Vorgehen, das man wählt, die Auswahl an Argumenten, um die eigene Position zu stärken, oder die Art und Weise, in der man Analyseergebnisse interpretiert etc. Das Austauschen des Pronomens ich durch das neutralere man oder durch eine Passivkonstruktion lässt die subjektiven Anteile nur weniger sichtbar werden. So lange alle Behauptungen, Analyseergebnisse etc. nachvollziehbar und begründet dargelegt werden, ist kein Text, bei dem Schreibende mit ich auf sich selbst verweisen, per se unwissenschaftlich. Eine sehr implizite Verfasserreferenz birgt hingegen sogar die Gefahr, dass für die Lesenden nicht immer eindeutig zu unterscheiden ist, ob ein bestimmter Gedanke auf die Verfasserin / den Verfasser zurückgeht oder aus der zugrunde liegenden Literatur stammt.
Aber Vorsicht, einige Lehrende haben eine klare Vorstellung davon, welche Form der Verfasserreferenz sie erwarten. Im Gespräch mit der Betreuerin / dem Betreuer können Sie erfahren, ob in Ihrem Fachbereich ein Ich-Verbot üblich ist, ob Ihre Betreuerin / Ihr Betreuer stilistische Vorlieben hat oder Ihnen vielleicht sogar die Verwendung einer expliziten Verfasserreferenz empfiehlt. Falls Sie Ihren Betreuer / Ihre Betreuerin nicht fragen möchten, ist in den meisten Fächern die Verwendung der Verwendung der Passivform unproblematisch.

Nicole Hinrichs (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schreibzentrum)

Inhaltsverzeichnis

Zu jeder wissenschaftlichen Hausarbeit oder Abschlussarbeit gehört ein Inhaltsverzeichnis. Das Inhaltsverzeichnis erfüllt die Funktion, dem Leser einen komprimierten Überblick über Inhalt und Struktur der gesamten Arbeit zu ermöglichen. D. h., ein Inhaltsverzeichnis gibt die Gliederung einer Arbeit auf einen Blick wider.

Worauf bei der Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses geachtet werden sollte:

  • Innerhalb der Arbeit reiht sich das Inhaltsverzeichnis nach dem Titelblatt und unmittelbar vor der ersten Textseite ein. Das Titelblatt und Inhaltsverzeichnis erhalten i. d. R. keine ausgewiesene Seitenzahl, wenn beide bei der Seitenzählung bereits zu berücksichtigen sind. In diesem Fall beginnt das Inhaltsverzeichnis auf der zweiten Seite, aber meist wird erst ab Textbeginn die Seitenzahl (i. d. R. Seite 3) ausgewiesen. Sehr viel häufiger als diese Möglichkeit der Seitenzählung kommt es vor, dass Seite 1 erst die Seite ist, auf der das erste Kapitel (meist die Einleitung) startet. Doch wie die genauen Vorgaben des Lehrstuhls sind, sind unbedingt in Erfahrung zu bringen.

  • Die aufgeführten Kapitelüberschriften sollten in Reihenfolge und Wortlaut mit denen des Textes übereinstimmen. Kapitelüberschriften sollten so gewählt sein, dass sie nicht zu lang und aussagekräftig für das jeweilige Kapitel sind. Substantive (oder Formulierungen mit Substantiven) eignen sich dafür häufig gut (vgl. dazu: Beispiel für ein Inhaltsverzeichnis).

  • Die hinter den Kapiteln anzugebenden Seitenzahlen bieten zudem den Vorteil, dass bestimmte Kapitel gezielt und schnell nachgeschlagen werden können.

  • Aus dem Inhaltsverzeichnis sollten verschiedene Schritte hervorgehen. Zuerst wird auf die Einleitung (alternativ z. B.: Vorbemerkungen; Einführung oder seltener auch ein Titel, der etwas über das Thema der Arbeit aussagt) hingewiesen. Es ist fachabhängig, ob die Einleitung als Kapitel 0. oder 1. geführt wird. Dann beginnt die Auflistung aller Kapitel des Hauptteils der Arbeit. Darauf folgt der Schluss (alternativ z. B.: Fazit; Zusammenfassung (der Ergebnisse)). Anschließend verweist das Inhaltsverzeichnis zum einen auf das Literaturverzeichnis und zum anderen auf die (für jede Arbeit verpflichtende) Eigenständigkeitserklärung. Enthält die Arbeit Anhänge, ist auch auf diese im Inhaltsverzeichnis zu verweisen. Allerdings erhalten Literaturverzeichnis, Eigenständigkeitserklärung und Anhänge gegenüber Einleitung, Hauptteil und Schluss häufig keine eigene Kapitelnummerierung.

  • Die Kapitelnummerierung kann unterschiedlich erfolgen (1., 2., 3.; I., II., III.; A., B., C.; a., b., c.). Bevorzugt wird meistens die Listung mit Dezimalzahlen.

  • Die im Inhaltsverzeichnis aufgeführte Gliederung erfüllt den Zweck, den gesamten Inhalt einer Arbeit (in Kapitel) zu strukturieren. der Gliederung des Hauptteils sollte darauf geachtet werden, dass die Gliederungsebenen (Unterkapitel) nicht zu komplex werden, weil eine Untergliederung mit mehr als drei oder vier Ebenen schnell unübersichtlich werden kann. Zu berücksichtigen ist zudem, dass wenn ein Kapitel untergliedert werden soll, mindestens zwei Unterkapitel erfolgen müssen (Regel: Auf 1.1 muss mindestens 1.2 folgen!).

BEISPIEL:

sondern:
2. Obst
2.1 Äpfel
2.2 Birnen
3. Gemüse



  • Ob jede Gliederungsebene jeweils eingerückt wird, hängt von Vorgaben oder persönlichem Geschmack ab.

  • Neben der manuellen Erstellung bietet Word durch das Anlegen von Formatvorlagen die Möglichkeit, das Inhaltsverzeichnis automatisch zu erstellen.

Beispiel für ein Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung.............................................................................................................................3
2. Geschichte der Schwarzen Romantik........................................................................4
2.1. Der Begriff Schwarze Romantik..................................................................................5
2.2. Schwarze Romantik und Gothic Novel......................................................................7
2.2.1. Romantik...................................................................................................................10
2.2.2. Phantastik..................................................................................................................11
3. Das Böse und Schreckliche als ästhetische Kategorie......................................12
4. Analyse schwarzromantischer Ästhetik anhand E.T.A. Hoffmanns
Der Sandmann und E. A. Poeʼs Der Fall des Hauses Ascher
................................14
4.1. Das Unheimliche........................................................................................................14
4.2. Motive des Unheimlichen..........................................................................................17
4.3. Schwarzromantische Ästhetik als Ästhetik des Schrecklichen und Bösen.....20
5. Zusammenfassung der Ergebnisse.........................................................................24

Literaturverzeichnis.............................................................................................................26

Anhänge: [benennen]
Eigenständigkeitserklärung vom [Datum einfügen]



Nadine Trojan (Tutorin am Schreibzentrum)